2. Zulässigkeit des Beitritts
2.6. Gebühren
Dieser Abschnitt wurde aktualisiert, um die Rechtsprechung bis 31. Dezember 2025 zu berücksichtigen. Die vorherige Version dieses Abschnitts finden Sie in "Rechtsprechung der Beschwerdekammern", 11. Auflage (PDF). |
Der Beitretende im Einspruchsverfahren hat gemäß Art. 105 (2) EPÜ, Art. 2 (1) Nr. 10 GebO, die Einspruchsgebühr zu entrichten (s. R. 89 (2) Satz 2 EPÜ).
In G 3/04 (ABl. 2006, 118) befand die Große Beschwerdekammer, dass es keine gesetzliche Grundlage dafür gebe, vom während des Beschwerdeverfahrens Beigetretenen die Zahlung der Beschwerdegebühr zu verlangen. Vorsorglich, aber ohne Rechtsgrund gezahlte Gebühren werden zurückerstattet.
Erfolgt der Beitritt erst im Beschwerdeverfahren, so braucht der Beitretende mehreren Entscheidungen zufolge keine Beschwerdegebühr zu entrichten, wenn er nicht die Stellung eines selbstständigen Beschwerdeführers beansprucht (s. T 27/92 date: 1994-07-25, T 684/92, T 467/93, T 471/93, T 590/94, T 144/95, T 886/96, T 989/96 und G 3/04, ABl. 2006, 118). In T 144/95, in der im Beschwerdeverfahren eine Beitrittserklärung eingereicht und die Beschwerdegebühr entrichtet wurde, ordnete die Kammer (auf Antrag des Beitretenden) die Rückzahlung der Beschwerdegebühr an. S. auch T 2597/22. Laut der Kammer kann in T 144/95 nach Art. 107 EPÜ 1973 eine zulässige Beschwerde nur von einem Beteiligten eingelegt werden, der bereits an dem dieser Entscheidung vorausgegangenen Verfahren beteiligt gewesen und durch sie beschwert ist. Sei die Beitrittserklärung im Beschwerdeverfahren eingereicht worden, so habe der Beitretende diese Voraussetzungen nicht erfüllen können und könne unter Bezugnahme auf G 1/94, ABl. 1994, 787 nicht als Beschwerdeführer (sondern nur als Einsprechender) betrachtet werden. Die Entrichtung der Beschwerdegebühr – eine der Voraussetzungen für eine zulässige Beschwerde – ändert daran nichts. Die Kammer ergänzte, während Art. 105 EPÜ 1973 eine Ausnahme in Bezug auf die Frist für die Entrichtung der Einspruchsgebühr gemäß Art. 99 EPÜ 1973 vorsehe, gebe es hinsichtlich der Frist für die Entrichtung der Beschwerdegebühr keine entsprechende Ausnahme.