Dank der Erfindung eines cleveren niederländischen Chemikers namens Gert-Jan Gruter könnte sich die durch Plastikflaschen verursachte Umweltbelastung bald deutlich reduzieren. Jahrelang wurden Flaschen und andere Kunststoffverpackungen für Lebensmittel und Getränke aus einem Polyester hergestellt, der aus Erdöl gewonnen wird, dem PET (Polyethylenterephthalat). Mit Gruters Erfindung steht nun eine echte, umweltfreundliche Alternative in den Startlöchern, um die Branche zu revolutionieren.
Der Vormarsch multiresistenter Bakterien ist eine wachsende globale Herausforderung. Der marokkanische Biologieprofessor Adnane Remmal hat einen Weg gefunden, um die Wirksamkeit von Antibiotika zur Behandlung bakterieller Infektionen zu verbessern, indem er sich die medizinischen Eigenschaften heimischer Pflanzen zunutze macht. Seine Erfindung könnte dazu beitragen, den übermäßigen Einsatz von Antibiotika, der zur Entstehung von Resistenz gegen antimikrobielle Wirkstoffe führt, einzudämmen und der Verbreitung von multiresistenten "Superkeimen" Einhalt zu gebieten.
Hunderttausende Menschen auf der ganzen Welt warten auf lebensrettende Spenderorgane. Aber viele Organe schaffen es gar nicht erst bis zum Empfänger, da die Zeit, während derer die Organe außerhalb des Körpers am Leben gehalten werden können, begrenzt ist. Das von dem amerikanischen Herzchirurgen Waleed Hassanein entwickelte Organ Care System (OCS) bringt hier eine wesentliche Verbesserung: Es kann die Organfunktion länger aufrechterhalten und erhöht damit den Prozentsatz erfolgreich verpflanzter Organe.
Den US-amerikanischen Ingenieuren James G. Fujimoto und Eric A. Swanson sowie dem deutschen Physiker Robert Huber ist es zu verdanken, dass Ärzte heute zur Früherkennung von Krebs, grünem Star (Glaukom) und anderen Krankheiten Echtzeitbilder von menschlichem Gewebe erzeugen können. Ihr revolutionäres bildgebendes Verfahren, die optische Kohärenztomografie (OCT) ist heute Standard bei Augenuntersuchungen.
Für Patienten, die an der Autoimmunerkrankung "systemischer Lupus erythematodes (SLE)" leiden, besteht die Hoffnung, schon bald von einer viel besseren Behandlungsmethode profitieren zu können. Die von der französischen Immunologin Sylviane Muller und ihrem Team am Centre national de la recherche scientifique (nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung) in Paris erfundene Medikation ist die erste Behandlung für diese Krankheit, die nicht nur die Symptome lindert, sondern auch ihr Fortschreiten eindämmt.
Satellitengestützte Funknavigations- und Ortungssysteme haben in den letzten Jahrzehnten rasante Fortschritte gemacht. Mit Galileo, dem europäischen globalen Satellitennavigationssystem (GNSS) wird jetzt ein weiterer Quantensprung eingeleitet. Dank der von einem Team europäischer Ingenieure entwickelten Signalübertragungstechnik erzielt Galileo nicht nur eine höhere Genauigkeit und bessere Unterdrückung unerwünschter Störsignale, sondern hebt darüber hinaus die Satellitennavigation und deren Merkmale auf eine neue Ebene.
Der niederländische Molekulargenetiker Hans Clevers und seine Teams am Hubrecht Institut und dem Universitätsklinikum Utrecht (UMC) läuten mit ihren bahnbrechenden "Organoiden" eine neue Ära für die personalisierte Medizin und für die Arzneimittelentwicklung ein. Die "Miniaturorgane" – darunter Lebern, Lungen und Därme – werden aus den Stammzellen einzelner Patienten gezüchtet. So können Ärzte die spezifischen Wirkungen von Medikamenten ohne Gefahr für den Patienten – nämlich außerhalb des Körpers – testen.
Malaria ist eine der zehn tödlichsten Krankheiten unserer Zeit. Aber sie wird nur in zehn Prozent aller Fälle erkannt. Mit der Entwicklung eines automatisierten, computerbasierten Bluttests für Malaria setzen der niederländische Hämatologe Jan van den Boogaart und der österreichische Biochemiker Oliver Hayden neue Maßstäbe. Im Zusammenspiel von Medizin und Informationstechnik erkennt der Test, der auf einem Computeralgorithmus basiert, Infektionen mit nie dagewesener Zuverlässigkeit.
Dank der Erfindungen des italienischen Nephrologen Giuseppe Remuzzi und seiner Forscherkolleginnen Carlamaria Zoja und Ariela Benigni haben sich die Behandlungsergebnisse in den vergangenen Jahrzehnten ganz erheblich verbessert. In den Medikamenten dieses Teams werden Inhibitoren für Angiotensin umwandelnde Enzyme (ACE-Hemmer) dazu eingesetzt, die chronische Nierenerkrankung und bestimmte Komplikationen, die bei Organtransplantationen auftreten können, zu behandeln.
Ohne die Beiträge des schwedischen Audiotechnikspezialisten Lars Liljeryd wären ein komfortables Audiostreaming und eine effektive Speicherung und Wiedergabe von Audiodaten kaum möglich. Unter Verschmelzung seiner lebenslangen Liebe zur Musik mit seinen im Wesentlichen autodidaktisch erworbenen Kenntnisse der Elektronik entwickelte Liljeryd einen der weltweit beliebtesten Audiocodecs für die Kompression digitaler Audiosignale.